Süchtig - Relativ komischer Stoff

Das TGBBZ Dillingen besuchte mit einigen Klassen am 5.11.2013 eine Vorstellung des Theaterstückes „Süchtig- Relativ komischer Stoff“ in der Stadthalle Dillingen.

Der Schauspieler Karl Maslo vermittelte in seiner Rolle einen Einblick in die Gedankenwelt eines Süchtigen und berichtet beispielsweise von den verschiedenen Stimmen im Kopf eines Süchtigen. Auch wenn es sich hierbei um ein von einem Amerikaner geschriebenes Theaterstück handelt, so konnte Maslo dennoch seine eigenen Erfahrungen einbringen. Er selbst – wie übrigens auch der Autor des Stückes – hat eine Suchtkarriere hinter sich. Nach dreißig von Drogenkonsum geprägten Jahren, mehreren Therapien und 14 Entgiftungen sei er heute clean. Abgesehen von Tabletten, sagte Maslo in der sich an das Theaterstück anschließenden Möglichkeit zur direkten Kommunikation mit dem Schauspieler, habe er alles ausprobiert. Eine Tatsache, auf die er nicht stolz ist. Auf die Frage eines Zuschauers bekennt er, dass es auch Überwindung koste, sein eigenes Scheitern im Leben öffentlich zu machen. Er lässt dabei keinen Bereich seines Lebens aus, nicht die Alkoholsucht seines eigenen Vaters, nicht seine an den Drogen gescheiterten Versuche, eine glückliche Beziehung zu führen. Mittlerweile habe er aber erkannt und gelernt, dass nur Ehrlichkeit ihn vor einem Rückfall bewahren könne – Ehrlichkeit seinem Publikum gegenüber und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.

Auf den moralischen Zeigefinder verzichtet er jedoch. Er hält kein Plädoyer à la Du-sollst-nicht und Du-darfst-nicht. Dies ist zum Einen nach dem Stück und seinen Schilderungen vom Leben mit Drogen und der Todesnähe nicht nötig. Zum anderen gesteht Maslo seinem Publikum, dass er auch heute nicht perfekt ist und nicht sämtlichen Süchten abgeschworen hat.

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