Theater gegen Rechts

Die Schüler/-innen der Klassenstufen 10 und 11 der zweijährigen Gewerbeschule sowie Schüler/-innen des Berufsvorbereitungsjahres besuchten am 17.10.2012 das in der Stadthalle Dillingen stattfindende Theater gegen Rechts. Das Theaterstück verdeutlichte anhand ausgewählter Einzelschicksale wie es war, zur Zeit des Nazi-Regimes in Deutschland zu leben.

Das Stück verdeutlichte anhand ausgewählter Einzelschicksale – der Schauspieler Ralf Lambrecht schlüpfte dabei in insgesamt fünfzehn verschiedene Rollen -, wie es war, zur Zeit des Nazi-Regimes in Deutschland zu leben. Diese Methode kam bei den Schülern gut an. Auch durch seine drastische, nichts beschönigende Sprache fühlten sie sich eher angesprochen als von den unpersönlichen Darstellungen in Geschichtsbüchern.
Es gab einige Phasen der Interaktion zwischen Schauspieler und seinem Publikum. Aber es gab auch Momente, in denen es so still im Saal war, dass man eine Stecknadel fallen gehört hätte.
Besonders interessant war die Nachbereitung des Stückes durch den Schauspieler. Die Schüler waren aufgefordert, ihre Meinung zu sagen und/oder Fragen zu stellen. Dabei machte der Schauspieler deutlich, dass alle Fragen erlaubt sind und von ihm beantwortet werden.
Das Spektrum der Fragen war breit gefächert. So fragten Schüler nach „technischen“ Dingen des Theaterspielens, aber beispielsweise auch, ob sich die Geschichten, die das Stück erzählt, wirk-lich so abgespielt haben. Ralf Lambrecht erklärte den Schülern daraufhin, dass sich alle Ge-schichten wirklich so abgespielt hätten, allerdings nicht, wie er in seinem Stück behauptet hat, in Dillingen oder Saarlouis, sondern in seiner Heimat Bochum. Nichtsdestotrotz seien die Vorfälle in ganz Deutschland gleich gewesen.
Nachdem er die Fragen der Schüler beantwortet hatte, war es Ralf Lambrecht ein Anliegen, eini-ge Dinge klarzustellen. Beispielsweise war auf der Bühne als Kulisse eine Mauer mit der Auf-schrift „Kanacken rauss“ (ss bei „rauss“ als Runen) aufgestellt. Aus diesem Grund erklärte der Schauspieler den Schülern, wie absurd diese Forderung sei, da das Wort „Kanacke“ eigentlich nichts anderes als „Mensch“ bedeute. In diesem Zusammenhang spielte er darauf an, dass nur Leute, die „nicht viel im Kopf“ haben, solche Dinge von sich geben und sich der rechten Szene anschließen.
Es ging ihm aber nicht darum, die Kriegsgeneration zu verurteilen als eine Generation von Menschen, die weggeschaut hat und damit die Gräueltaten der Nazis möglich gemacht hat. Er sagte den Schülern deshalb, niemand von uns habe damals gelebt. Deshalb dürfen wir uns kein Urteil darüber erlauben, was man alles hätte tun können/müssen. Aber heute müssten wir in der Lage sein, darauf zu achten, dass so etwas in unserem Land nicht noch einmal passiert.
Diese Worte waren umso eindringlicher, da er während des Stückes auch immer an Angriffe gegen Ausländer in unserer jüngsten Vergangenheit angeknüpft hat.

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